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POKER - Geschichte und Verbreitung (von Lisa Eberwald) |
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Die Ursprünge von Poker liegen in Asien. Während
die Chinesen wahrscheinlich die Erfinder der Spielkarten sind, gilt als ältester
Vorläufer von Poker heute das persische Spiel As
Nas, das bereits in der Antike gespielt wurde. In Europa entwickelten
sich im Mittelalter in mehreren Ländern unabhängig voneinander Spiele,
in denen das Element des Bluffens eingeführt wurde. In Spanien spielt man
im 15. Jahrhundert. bereits Primero,
das schon deutlich Parallelen zu Poker zeigt. Poque
in Frankreich und Pochen
in Deutschland hatten, wie schon der Name vermuten lässt, dieselben
Wurzeln. Das Poch-Spiel wird auch heute noch gespielt. Brag
(= „prahlen“) ist der englische Verwandte der Pokerahnen. Die europäischen Auswandere, die sich im 18.
und 19. Jahrhundert. aufmachten, den nordamerikanischen Kontinent zu
besiedeln, sorgten schließlich für die Entstehung der Varianten Draw-
und Stud-Poker. Während Draw Poker – die Variante, die allen Filmfans
aus zahllosen Western bekannt ist – nur mit verdeckten Karten gespielt
wird, die einmal getauscht werden dürfen, werden die Stud-Poker Varianten
(Five Card bzw. Seven Card Draw) mit offenen und verdeckten Karten
gespielt, die nicht getauscht werden. Seinen schlechten Ruf verdankt das
Spiel aber nicht nur schießwütigen Cowboys, sondern vor allem den ersten
„Berufsspielern“, die bevorzugt europäische Immigranten auf den
Mississippi-Dampfern zu ihren Opfern auserkoren und um ihr gesamtes Hab
und gut brachten. Die heute beliebteste Variante Texas Hold’em
entstand wahrscheinlich erst im 20. Jahrhundert. Zumindest ist aus früherer
Zeit kein Einsatz von Gemeinschaftskarten überliefert. Bei Texas
Hold’em erhält jeder Spieler zwei Karten, die mit bis zu fünf
Gemeinschaftskarten kombiniert werden. Dadurch erhält das Spiel eine sehr
viel größere Dynamik, denn es werden weniger Karten verteilt, während
andererseits jeder Spieler die Gemeinschaftskarten und damit einen relativ
großen Teil der ausgespielten Karten kennt. Manche Handkombinationen sind
so berühmt, dass sie nach Spielern benannt wurden, wenn auch aus höchst
unterschiedlichen Gründen. Eine Kombination aus Assen und Achten nennt
man beispielsweise „Dead Man’s Hand“, weil Wild Bill Hickock in
einem Saloon während einer Pokerpartie von hinten erschossen wurde, als
er diese Karten hielt. Dagegen wird „Zehn-Zwei“ (Pokernotation: T2,
eigentlich eine miserable Hand) auch Doyle Brunson genannt, denn der
gleichnamige Spieler – ein Urgestein der Pokerszene – ist der Einzig,
dem es je gelang, den Main Event der WSOP (die inoffizielle
Weltmeisterschaft) zweimal hintereinander mit derselben Hand zu gewinnen. Der große europäische Pokerboom wurde durch
den deutschstämmigen Amateurspieler Chris Moneymaker ausgelöst, der 2003
ein $39 Startgeld Online-Pokerturnier gewann, sich so für den Main Event
qualifizierte und diesen tatsächlich gewann. Die Erkenntnis, dass auch Amateure so erfolgreich sein können, sowie das Aufkommen von Internet Poker, sorgten in den kommenden Jahren dafür, dass Poker einen immensen Image-Schub erhalten hat und inzwischen als ebenso salonfähiges Kartenspiel wie Skat oder Doppelkopf gilt. Seit 2003 hat kein Profi mehr den Main Event gewinnen können. Die Zahl der Teilnehmer hat sich dagegen in den letzten Jahren vervielfacht. Für Internet-Poker kann dieselbe Entwicklung angenommen werden, allerdings bei einem Vielfachen an Umsatz. |
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